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*** Wilhelm Georg (Wilhelm, "Renner", "Velomichel") Kühnis ***
Johannes ("Michelsjokes", "Micheljakobs", "Michelsjakobs")
Kühnis
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Maria Elisabetha (Elisa, "Messmers")
Kühnis-Weder
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*** Report ***
Personalien
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Name | Wilhelm Georg (Wilhelm, "Renner", "Velomichel") Kühnis |
Bürger von | Oberriet, SG |
Geboren am | 1875-05-27 in Oberriet, SG
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Gestorben am | 1948-05-08 in Oberriet, SG
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Beruf(e) | Mechaniker (1909); Monteur (1916) |
Wohnort(e) | Oberriet, SG (1875); Schachen, Oberriet, SG (1909, 1916); Oberriet, SG (1948) |
Eltern
| Vater | Johannes ("Michelsjokes", "Micheljakobs", "Michelsjakobs") Kühnis (1841-04-26 bis 1896-07-29)
| Mutter | Maria Elisabetha (Elisa, "Messmers") Kühnis-Weder (1850-06-30 bis 1883-07-20)
| Partner
| Ehefrau | Anna Kühnis-Kühnis (1874-02-25 bis 1913-12-25) Hochzeit am 1909-08-29 in Oberriet, SG Trauzeuge: Wilhelm Koller Trauzeuge: Joseph Christelberger Trauzeuge: Albert Baumgartner Trauzeugin: Rosa Gächter Kommentar: Kirchliche Hochzeit am 30. August 1909 in Einsiedeln. Getraut durch P. Wolfgang Eschbach [Kapitular O.S.B., * 13. September 1882 - † 1. Oktober 1938]. |
Ehefrau | Maria Louisa Kühnis-Kobler (1877-06-22) Hochzeit am 1916-01-21 in Oberriet, SG Kommentar: Kirchliche Hochzeit am 24. Januar 1916 in Oberriet. Getraut durch Pfarrer Hürlimann ("Disp. sup. III. procl."). |
War bei der Hochzeit mit 'Anna Kühnis' noch ledig ("Jgl").
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Dorforiginal
Ab 1913 existierte in Oberriet ein Veloclub, dem auch der hier abgebildete «Renner» mit seiner Draisine angehörte. Die mittlere und ältere Garde wird im Photosujet sofort das Dorforiginal Wilhelm Kühnis erkennen. Alles nannte ihn, und zwar nicht etwa in abschätzendem Sinn, sondern in altvertrauter, warmer Brüderlichkeit den «Velomichel». Wir können ihn uns lebhaft vorstellen, wie er mit seiner eher gedrungenen Gestalt in die Pedale seines Hochrades stieg und munter davon spurtete.
An der Zollbrücke, im Hause von Albert Dietsche, das der Strassenkorrektion weichen musste, stand seine Werkstatt, eigentlich eher ein Museum. An der Wand lehnte ein ganzer Stapel Velos, denen der Schnauf, das heisst, die Luft ausgegangen. Darüber schauten eine lange Reihe Stubenuhren hernieder. Wecker jeden Kalibers fristeten ihr Dasein auf den mit Werkzeugen übersäten Tischen. Ja, sogar Kaffeemühlen aus Grossmutters Zeiten harrten geduldig des Allerweltskünstlers. Als wahrer Tausendsassa holten seine kleinen, geschickten Hände selbst uraltes, verrostetes Gehwerk wieder ins pulsierende Leben zurück. In einer Verschnaufpause stand er unter der Türe seines «Labors», die blaue Arbeitsschürze vorgebunden, die Brille tief im Nasenbein, das runde Käppchen auf dem Kruselköpfchen, nicht gerade gut zu sprechen auf die vorbeiflitzenden Autos, die ihm den Strassenstaub ins Gesicht wirbelten. Mehr als nur hie und da versetzten die Oberrieter Burschen Velomichels Gattin in Harnisch, wenn sie ihr als ihre Spezialität eine sogenannte «Klocke» erstellten. In freudiger Ungeduld warteten die Nachtbuben, bis die an einer Schnur funktionierende Klopfeinrichtung an die Hauswand schepperte und die aus dem Schlaf aufgeschreckte Eheliebste zum Fenster heraus räsonierte, oder gar an der Türe erschien, um die lästigen Störefriede wegzujagen. Gott hab ihn selig, den guten, unvergesslichen Velomichel, der nun schon wohl über 20 Jahre von seiner Arbeit auf unserm Friedhof ausruht. Sicher wird er im Jenseits, als der ausgewiesene Fachmann, die Uhrwerke in Gang halten. Und weil es dort keine Kaffeemühlen und Wecker zu reparieren gibt, spielt der ehemalige «Renner» aus Oberriet all jenen, die auf der steilen Strasse dem himmlischen Zielband zupusten, den letzten und wichtigsten Dienst als ihr freundlicher, wohlgesinnter Empfangschef.

Quelle: Unser Rheintal (1974) p. 167 / 168
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Dorforiginal
Ein etwas vollständigeres Bild zeigt rechts Wilhelm Kühnis mit seinem Hochrad aus dem Jahre 1880 und links Heinrich Wüstiner, Wagner, mit einem Velo aus dem Jahre 1888. Dieses sieht sehr ähnlich aus wie der Eigenbau der Familie Kolb.

Quelle: Unser Rheintal (2013) p. 107
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