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Grössere Klimakapriolen
vor 1600
Vom Jahr 1000 bis ins 13. Jh. gab es eine Wärmeperiode.
Im 13. Jh. machte sich jedoch zusehends eine "kleine Eiszeit" bemerkbar, welche Europa vom 15. oder 16. bis ins ausgehende 19. Jahrhundert viele schlechte Sommer und Winter ungewöhnlicher Härte bescherte.
Der Bodensee fror mehrere Male zu, dreimal bereits im 14. und insgesamt 29 Mal in den folgenden vier Jahrhunderten.
1315 bis 1317 - Der grosse Hunger
Im Weinbüchlein wurde 1294 und 1324 von einem überaus trockenen Sommer berichtet.
Aber die Jahre 1315 bis 1317 blieben ohne Eintrag.
Der "grosse Hunger" war eine Hungersnot in weiten Teilen Europas.
Sintflutartige Regenfälle vernichteten in diesen drei Jahren die Ernten.
Lange Winter und Überschwemmungen verschärften die Ernährungslage.
Hungersnöte und Tierseuchen traten noch bis 1322 auf.
Betroffen waren unter anderem Gebiete in Deutschland, Österreich und den Niederlanden, Frankreich, die Britischen Inseln (Beginn 1314), Skandinavien, Osteuropa, Spanien und in geringerem Masse Norditalien.
Die Preise für Getreide stiegen enorm, die Menschen ernährten sich von ungesunden Ersatzstoffen oder sogar von verseuchten Tieren.
Mehrere Millionen Menschen starben.
An vielen Orten mussten die Kirchhöfe erweitert werden, ganze Dörfer starben aus und wurden zu Wüstungen.
1315 normalisierten sich die Verhältnisse in West- und Mitteleuropa.
1338 - Heuschrecken (Süddeutschland)
Ein Chronist berichtete für die Stadt Würzburg und die benachbarten Gebiete über eine ungeheure Menge an Heuschrecken von riesenhafter Grösse.
Der Himmel war so bedeck von den Tieren, dass die Sonnenstrahlen nicht mehr durchkamen.
Diese frassen die Frucht des Bodens in den meisten Orten ab, beschädigte aber die Weinberge nicht.
Die Schwärme kamen aus dem Osten über Bayern und Schwaben in Richtung Rhein.
Sie wurden erst durch einen frühen Schneeeinbruch Mitte Oktober dezimiert.
Die bis dahin verschont gebliebenen Weinbauern, die mit der Lese noch nicht begonnen hatten, hatten dadurch auch Pech (das Weinbüchlein erwähnt das Jahr 1338 nicht).
1342 - Überflutungen am Rhein und am Main
Die Hochwasser wurden damals oft als "Magdalenenhochwasser" (der 22. Juli ist der St.-Magdalenentag) oder - moderner - als "hydrologischer GAU" bezeichnet.
Obwohl vor allem der süddeutsche Raum von den Überschwemmungen betroffen war, spürten die nördliche Schweiz und das Schweizer Mittelland die extremen Dauerregenfälle stark.
Die Ostschweiz war noch im Winter 1343/1344 davon betroffen.
1345-1347 - Jahre ohne Sommer
Als Ursache für die extrem kalten Sommer in Europa wird heute (wie für das berühmte 'Jahr ohne Sommer' 1816) ein Vulkanausbruch angenommen.
Um den Hunger der Bevölkerung zu lindern, begannen die italienischen Seehäfen, Getreide aus der Schwarzmeerregion zu importieren.
Doch mit den Schiffen wurde auch die Pest verbreitet.
Zwischen 1347 und 1353 tötete dieser Pest-Ausbruch Millionen Menschen – d.h. fast die Hälfte der europäischen Bevölkerung starb an dieser Seuche.
Von 1347 bis 1351 fiel im Rheintal ein Drittel der Bevölkerung der Pest zum Opfer (siehe 'Pest').
1431 bis 1440 - Wetteranomalien (Mitteleuropa)
Die Wetteranomalien der 1430er Jahre mit sehr kalten und extrem langen Wintern wurden jeweils unterbrochen von warmen, regenreichen Sommern.
Es waren vermutlich zufällige Schwankungen des Wettersystems, die zu dieser ausgesprochenen Klimaverschlechterung führten.
Folge der Wetteranomalie war die Hungersnot der Jahre 1437–1440, die Hunderttausende Todesopfer in der unvorbereiteten Bevölkerung forderte.
Bereits am 20. November 1431 waren alle Flüsse Nord- und Mitteleuropas zugefroren, auch Donau, Rhein und Bodensee.
Sogar die Lagune von Venedig konnte vom 6. Januar bis 22. Februar 1432 zu Fuss überquert werden.
In Frankreich erfroren die Weinstöcke.
In Mitteleuropa froren im Jahr 1435 Flüsse wie der Rhein und grosse Seen wie der Bodensee und der Zürichsee zu.
Der Getreidemangel zwang 1435 dazu, Brot aus Baumrinde herzustellen.
Sogar in Norditalien und in Südfrankreich hielt das Winterwetter bis in den April an.
Die Bevölkerungszahl in Europa sank auf den tiefsten Stand des 15. Jahrhunderts.
So registrierte man in der 5000 Einwohner zählenden Stadt Bern von August bis Weihnachten 1439 mehr als 1100 Todesfälle.
Die Ostschweiz traf es vor allem in den Jahren 1430-32 und 1437/38.
1480 - Weiteres Magdalenenhochwasser (schweizerisches Mittelland)
Das Magdalenenhochwasser von 1480 war eine verheerende Überschwemmungskatastrophe,
die im Juli 1480 das Umland der Aare und des Rheins sowie weiterer Flüsse im schweizerischen Mittelland heimsuchte.
Gemäss der Berner Chronik von Diebold Schilling regnete es drei Tage ununterbrochen in Strömen, was zum Hochwasser führte:
« Am "donstag vor sant Marien Magdalenen tag" 1480, fing es an zu regnen, unaufhörlich, drei Tage und Nächte lang und warent anders nit dann gross slegregen [Starkregen]. »
1517 - Die grosse Hitze
Im Frühjahr erfroren die Reben, so dass an den meisten Orten die Weinlese im Herbst unterblieb.
Jedenfalls wurde aus 180 Jucharten Reben nur eine einzige Flasche Wein gekeltert.
Siehe dazu auch 'Weinbau'.
1530 - Wetterextreme
Die Hungersnot von 1530 war eine schwere Versorgungskrise in Mitteleuropa, die unter anderem in Teilen der Schweiz (wie um den Bodensee / Thurgau) und
in Süddeutschland (wie in Tübingen, dokumentiert durch die historische Hunger- / Teuerungstafel an der alten Stadtmauer in Tübingen).
1540 - Hitzejahr
Im Jahr 1539 war es in Spanien und Italien bereits sehr trocken.
In Spanien wurden Bittprozessionen für Regen abgehalten.
Im Frühjahr 1540 kam die Trockenheit auch in die Schweiz.
Der März war trocken (nur an drei Tagen schneite es), und dann fiel bis im Dezember kaum mehr Niederschlag.
Die Hitze staute sich über Mitteleuropa und das Hoch stabilisierte sich über Monate hinweg.
Der Rhein führte noch etwa 10 bis 15 Prozent der üblichen Wassermenge.
In Basel konnte man zu Fuss ans andere Ufer gelangen.
Am Untersee (Bodensee) suchten die Leute auf dem trockenen Seegrund nach römischen Münzen.
Der Juli sei «glühend und schrecklich» gewesen, notierte ein Elsässer Chronist.
Immer wieder brachen Brände aus und die Bäume, die nicht verbrannten, verloren ihre Blätter schon im August.
Die Ernte blieb mager.
Hunger und Durst brachten die Leute um den Verstand.
Es kam zu Hetzjagden und Gewalt.
Das noch vorhandene Wasser war oft schlecht und daher breitete sich die Ruhr aus, was vielen Leuten das Leben kostete.
Als die Temperaturen im Herbst langsam zurückgingen, lasen die schweizer Winzer nur wenige vertrocknete Trauben von ihren Reben.
Das Rheintal wurde damals jedoch nicht so hart getroffen; die Mengen lagen jedenfalls über den schweizerischen Schnitt.
Was Weinbüchlein sagte:
« Ein heisser Sommer vermochte einen grossartigen Wein auszureifen.
Er war überdies in solcher Menge gewachsen, dass man kaum wusste, wie man ihn verwahren sollte.
Etliche Personen sollen sich zu Tode "überwinet" haben. »
Der Wein war so konzentriert, dass er noch 400 Jahre später getrunken werden konnte.
1571 bis 1574 - Hungersnot
Ausgelöst durch anhaltende ungünstige Witterungsverhältnisse (übermässiger Regen oder Kälte) und den daraus resultierenden Missernten kam es zu drastischen Einbrüchen bei der Getreideernte,
extremen Preissteigerungen für Grundnahrungsmittel wie Brot und in der Folge zu verbreiteter Not.
nach 1600
1616 - Hitzewelle
Das Historische Lexikon der Schweiz führt 1616 (neben 1540) als eine der herausragendsten Sommerdürren auf.
1690-1694 - Hungersnot
Die Hungersnot von 1690 bis 1694 war eine schwere demografische und soziale Krise, die weite Teile Europas, darunter auch die Schweiz und Frankreich, betraf.
Auslöser waren extreme Witterungsbedingungen, nasskaltes Wetter und strenge Winter, die zu jahrelangen Missernten und explodierenden Getreidepreisen führten.
Unterernährung und geschwächte Immunkörper begünstigten den Ausbruch von Seuchen und Epidemien (wie Typhus), die bis 1694 viele Menschen das Leben kosteten.
1770 bis 1772 - Hungersnot
Die Hungersnot von 1770–1772 in der Ostschweiz war eine schwere, durch jahrelangen Dauerregen, Überschwemmungen und extreme Wetterkapriolen ausgelöste Lebensmittelkrise.
Sie führte zu drastischen Getreideteuerungen, massiver Armut in der ländlichen Textilunterschicht und tausenden Toten durch Seuchen wie Typhus und Ruhr.
Ab 1769/1770 brachten ununterbrochene Regenfälle Flüsse zum Übertreten; am Bodensee gab es massiven Hochwasserstand und sogar Sommerfrost beziehungsweise Schnee im Rheintal.
Nachbarregionen wie Bayern und Österreich verhängten Ausfuhrsperren für Getreidelieferungen, wodurch die Zufuhr von aussen stoppte.
Fürstabt Beda Angehrn beschaffte zuletzt für 240'000 Gulden Korn in Oberitalien (via Brenner und Splügen), um die Not zu lindern.
Die Kornlieferungen kamen jedoch für viele zu spät.
Der komplizierte Transport veranlasste ihn später - gegen den Willen der Bevölkerung und auch des Konvents - 1773 bis 1776 die "Fürstenlandstrasse" vom Bodenseehafen Rorschach über St. Gallen nach Wil zu bauen.
1813 bis 1816 - Hungersnot
Die Jahre brachten eine grosse Hungersnot ins Rheintal.
In den Jahren 1813 und 1816 regnete es im Sommer grosse Mengen
(Bericht von Pfarrer Breu).
1816 - Das Jahr ohne Sommer
Am 10. April 1815 brach der Vulkan Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa aus.
Die Folgen der Aschewolke waren verheerend. Das Jahr 1816 ging als das «Jahr ohne Sommer» in die Geschichte ein.
Gemäss Universität Bern lagen die Temperaturen in den Sommermonaten in der Schweiz 2.3 bis 4.6 Grad unter dem langjährigen Mittel.
In der Schweiz regnete es 1816 praktisch kontinuierlich von Mai bis September, in den Sommermonaten fiel gar Schnee bis auf 700 Meter.
Vor allem die Nordostschweiz wurde sehr hart von der Hungersnot getroffen, die Getreidepreise stiegen um das 6-fache.
Jeder Kanton schaute für sich («sie sperrten einander das Getreide»). Viele Menschen assen aus Verzweiflung Gras.
Es gab zudem eine Übersterblichkeit und massive Geburtenausfälle, weil die Fruchtbarkeit der Frauen vorübergehend aussetzte.
Über 1816 heisst es: "Durch den unaufhörlichen Regenanhalt wuchs die Traube langsam, blühte erst um Jakobi
und am Gallustag war sie noch an Beeren klein und steinhart; auch der Mais stand an Kernen leer da,
welche beide noch durch einen frühen Reiffrost verbrannt wurden.
An mehreren Orten traten die Flüsse aus den Ufern und versengten die Erdäpfel völlig.".
Andere Quellen vermeldeten: In allen Monaten fiel Schnee.
Der Brotpreis stieg in der Ostschweiz auf das Acht- bis Zwölffache des normalen.
Im Jahr 1817 regnete es - nach einem guten Sommeranfang - in den Sommermonaten beinahe unaufhörlich, was der Ernte schadete.
Selbst die Kartoffelernte scheiterte als dann nach den Regennächten vom 13. auf den 14. Juni, am 2. Juli und danach nochmals
vom 27. auf den 28. August an mehreren Orten der Rhein und die Bäche über die Ufer traten
(der Föhn löste gleichzeitig die noch mächtigen Schneemassen im Gebirge).
Zehn Schuh hoch stand das Wasser auf dem flachen Land. Nur die Kronen der Bäume standen aus dem Wasser.
Im August waren 14 Wuhrbrüche und Schäden beidseits des Rheins zwischen Ragaz und dem See zu verzeichnen (siehe 'Specialcharte' unten).
Nur noch die Kronen der Bäume, Dächer und Kirchtürme ragten aus den Fluten.
Als Folge waren die Lebensmittel sehr knapp und die Preise kletterten in die Höhe.
1817 verdiente ein Handspinner in einer Woche nicht genug um ein Pfund Brot zu kaufen.
Einzig das Fleisch war einigermassen erschwinglich, denn wegen der Futterknappheit musste das Vieh abgetan werden.
Von den 23'635 Einwohnern des Tals starben im Jahr 1817 allein 1141
(an Unterernährung, sowie am sich ausbreitenden Faul- und Nervenfieber), währenddem nur 313 Kinder zur Welt kamen.
In Montlingen wurde ein Armenfonds errichtet, so dass niemand an Hunger sterben musste.
Die Gefängnisse waren überfüllt mit Menschen, welche sich an fremden Gütern vergriffen hatten.
1868 - Hochwasser
Starker Niederschlag im Herbst 1868 führte in mehreren Schweizer Kanton zu starkem Hochwasser.
Laut «Swissinfo» erreichte der Lago Maggiore damals einen Höchststand von fast 200 Metern.
In den am meisten betroffenen Kantonen, Tessin, Wallis. Graubünden, Uri und St. Gallen forderten die Niederschläge 51 Todesopfer.
1868 ereigneten sich drei grosse Rheineinbrüche:
oberhalb Ragaz, zwischen Wartau und Sevelen und zwischen Oberriet und Montlingen.
Am 28. September des Jahres 1868 durchbrach der Rhein den Damm sowohl in Montlingen als auch in Oberriet.
Die Leute trieben ihr Vieh auf den Montlingerberg, der wie eine kleine Insel aus dem Wasser ragte.
Am 4. Oktober kam es dann aber noch schlimmer!
Beladene Schifflein fuhren durch das Dorf um den eingesperrten Leuten Lebensmittel zu überbringen.
Kirchkreuze, Särge und ein Kind wurden angeschwemmt.
Nach dieser Überschwemmung lief eine internationale Hilfsaktion an.
Allein an Bargeld kam die stolze Summe von 47'000 Franken zusammen; zudem gingen viele Kleider- und Lebensmittelspenden ein.
Vom 4. Oktober bis zum 27. Dezember wurde beim Pfarrhaus eine eigens eingerichtete "Suppenanstalt" unterhalten.
Siehe auch St. Galler Zeitung vom 5. Oktober 1868 und
Gemeinde-Zeitung unabhängiges politisches Journal vom 11. Oktober 1868.
1920/1921 - Niedrigwasser am Rhein
Eine mehrphasige Niedrigwasserperiode im gesamten Rheingebiet, ausgelöst durch anhaltende Schneearmut im Winter und ausbleibende Frühlingsniederschläge.
Das historische Niedrigwasser des Rheins in den Jahren 1920/1921 war eine extrem lang anhaltende Dürreperiode mit vier aufeinanderfolgenden Niedrigwasserphasen.
Besonders im Frühjahr und Herbst 1921 führte extreme Schneearmut und anhaltende Trockenheit zu historisch tiefen Wasserständen und Rekorden wie extrem geringen Abflüssen (z.B. am Rheinfall auf nur ca. 50 m³/s im April 1921).
1947 - Jahrhundertsommer
Das Jahr 1947 brachte eine beispiellose Dürre auf der Alpennordseite.
Der Sommer war geprägt von fünf aufeinanderfolgenden Hitzewellen (von teils über 37 Grad bis in den September hinein) und anhaltender Dürre,
die in Ländern wie der Schweiz, Deutschland und Österreich zu massiven Ernteausfällen, Wassermangel und Energieproblemen führte.
Zwischen April und September fiel oft nur die Hälfte des üblichen Regens, was zu Ernteausfällen bei Getreide und Heu sowie zu staatlichen Hilfsprogrammen führte.
DIe Gletscher schmolzen in dem Jahr massiv.
1947 stand in einer Reihe trockener Sommer in den 1940er-Jahren (insbesondere 1945, 1947 und 1949).
Überschwemmungen
1126 |
Überschwemmungen im Mai. |
1133 |
Dauerregen. Überschwemmungen in Rätien. |
1206 |
Die erste Lustenauer Pfarrkirche, die damals im Gebiet des Wiesenrains stand, wurde durch Überschwemmung zerstört und weggerissen. |
1276 |
Im Sommer trat der Rhein verwüstend über seine Ufer.
Betroffen waren insbesondere die tiefer gelegenen Gebiete entlang des Flusslaufs im Vorarlberg (wie die Regionen um Lustenau und Hohenems) sowie das liechtensteinische Rheintal. |
1300 |
Überschwemmung. Diese Überschwemmung führte vermutlich zum Abgang von Juggen. |
1343 |
Ende Juli sehr grosse Überschwemmung.
Nach 10 Regentagen standen vom 1. August bis zum 6. September viele Felder und Wiesen unter Wasser.
(Bereits 1342 fand in Europa ein Magdalenenhochwasser statt.
Betroffen waren unter anderem Rhein, Main, Donau, Mosel, Moldau, Elbe, Fulda, Weser, Werra, Lahn und Unstrut.) |
1355 |
Hochwasser mit Überschwemmung des Talgrundes in Liechtenstein. |
1374 |
Überschwemmungen in der Herrschaft Vaduz und Schellenberg.
Das gesamte liechtensteinische Talgebiet stand infolge des Hochwassers komplett unter Wasser. |
1407 |
Hochwasser im Januar durch Föhn, Schneeschmelze und Regen.
Auch weiter unten gab es Flutschäden im Gebiet des südlichen Oberrheins (Gegend um Neuenburg am Rhein und Basel). |
1421 |
Überschwemmung bei Hohenems mit vielen Todesopfern. |
1480 |
Das Magdalenenhochwasser von 1480 war eine verheerende Überschwemmungskatastrophe,
die im Juli 1480 das Umland der Aare und des Rheins sowie weiterer Flüsse im schweizerischen Mittelland und Oberrheingebiet heimsuchte.
Gemäss den Chroniken wurden alle Aare- und Rheinbrücken zwischen Bern und Strassburg ganz oder teilweise zerstört.
Im Sommer gab es 7 Wochen lang Wolkenbrüche und in der Folge einen Ausbruch des Rheins zum Walensee hin (was Schäden in Zürich bewirkt). |
16. Jh. |
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1511 |
Extremes Hochwasser im Sommer.
Die Überschwemmugen waren jeoch nicht so extrem wie die späteren Katastrophen von 1566 oder 1762.
Da 1480 das Rheinhochwasser in Basel sogar das städtische Salzhaus überschwemmt und die Vorräte vernichtet hatte, reagierten die Basler Behörden 1511 extrem vorsichtig.
Sobald der Pegel stieg, wurden alle Waren rechtzeitig in die oberen Stockwerke geräumt.
Obwohl die Flut von 1511 glimpflicher verlief, ging sie als markantes Hochwasser in die Basler Stadtgeschichte ein. |
1515 |
Hochwasser mit Überschwemmungen. |
1537 |
Hochwasser. Niemand konnte sich eines solchen Hochwassers erinnern.
Das Jahr 1537 ist in Chroniken – wie der Vorarlberg Chronik – explizit als eines der markanten Hochwasserjahre neben 1276, 1343, 1480 oder 1566 festgehalten.
Ein besonderes historisches Relikt dieser Flut existiert weiter flussabwärts in Basel:
Am dortigen Rathaus zeugt eine Hochwasser-Gedenktafel aus dem Jahr 1537 mit der Inschrift «Got behüt undz vor ubel alle zitt»
von den damaligen Ängsten und den Wassermassen des Rheins und seiner Zuflüsse. |
1548 |
Die zweite Lustenauer Kirche am linken Rheinufer wurde weggerissen (siehe unter 1206).
Neben extremen Niederschlägen und der Schneeschmelze in den Bergen verstärkten die gegenüber liegenden Wuhre das Problem.
Da jede Gemeinde nur ihr eigenes Ufer schützte, wurde das Wasser oft zerstörerisch auf die gegenüberliegende Talseite geleitet. |
1559 |
Vorarlberg bis Bregenz überschwemmt. |
1566 |
Das Hochwasser des Rheins richtete am 24. August schreckliche Verwüstungen im ganzen Tal an.
Es gilt historisch als ein Extremereignis und zählt neben den Fluten von 1343 und 1762 zu den schwersten dokumentierten Naturkatastrophen der Region vor der Rheinregulierung. |
1571 |
Hochwasser im Frühjahr. Schwere Überschwemmungen im Rheintal im Dezember.
Das Unwetter im Frühjahr war kein rein lokales Problem des Alpenrheins.
Auch am weiteren Flussverlauf wurden extreme Werte gemeldet; so erreichte der Rhein beispielsweise am Pegel in Köln Anfang Februar 1571 einen historischen Scheitelwert von rund 9.17 Metern. |
1585 |
Grosse Überschwemmungen im bündnerischen Rheintal.
Der Bündner Chronist Hans Ardüser hielt fest, dass es im Jahr 1585 "schier den ganzen Sommer" regnete.
Die Böden waren dadurch vollständig gesättigt.
Erste Welle (August 1585): Mitte August (um den Feiertag Maria Himmelfahrt am 15./16. August) entluden sich heftige Unwetter mit starkem Gewitter und Hagel. Die Zuflüsse des Rheins schwollen massiv an.
Zweite und dritte Welle (Oktober 1585): Nach weiteren Regenfällen kam es um den 2. Oktober 1585 zu einer noch heftigeren Hochwasserwelle.
Flüsse und Bäche traten zum wiederholten Male über die Ufer und zerstörten bereits provisorisch reparierte Brücken und Wege. |
17. Jh. |
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1603 |
In Hohenems wurde die Nepomuk-Kapelle gebaut (im Ortsteil Bauern) infolge der Rhein-Verwüstungen in den vergangenen Jahren.
Der heilige Johannes Nepomuk ist der Schutzpatron der Brücken.
Auf Google Maps wird die Kapelle schlicht 'Kirche' genannt. |
1608 |
Überschwemmungen im bündnerischen Rheintal.
Der "Grosse Winter" 1607/1608: Gesamteuropa erlebte in diesem Zeitraum einen der kältesten Winter der Neuzeit.
Als das Eis im Frühjahr 1608 schmolz, kam es an vielen europäischen Flüssen zu verheerendem Eisgang und folgenschweren Tauwetter-Fluten. |
1609 |
Mehrere Rheinausbrüche im Sommer.
Historische Aufzeichnungen erwähnen Ausbrüche und Überschwemmungen im gesamten Rheintal zwischen den Rheinquellen und dem Bodensee –
betroffen waren sowohl Gebiete auf der Schweizer Seite (St. Galler Rheintal) als auch in Vorarlberg (wie die Region um Hohenems). |
1618 |
Im September grosse Wassernot im Rheintal nach tagelangen, extremen Regenfällen auf der Alpennordseite.
Die Wassermassen des Alpenrheins schwollen so stark an, dass man nur mit Mühe verhindern konnte, dass der Rhein bei Sargans seine Fliessrichtung änderte und durch das Sarganserland in den Walensee abfloss. |
1627 |
Am 15. Juni, 2. Juli und 28. August Überschwemmungen im bündnerischen Rheintal.
Allein im St. Galler Rheintal wurden damals vierzehn Dammbrüche verzeichnet.
Besonders das Hochwasser am 28. August 1627 führte zu zahlreichen Dammbrüchen. |
1640 |
"Verheerendes Hochwasser." |
1670 |
"Landverheerendes Hochwasser." |
1680 |
Liechtenstein und Rheintal: Dauerregen, Gewitter mit Überschwemmungen. |
1681 |
Der Rhein hatte in Mäder 9 Mannsmahd Boden vom Seelehen entrissen und auf dem jenseitigen Ufer angeschwemmt.
Im Jahr 1681 herrschte eine lange Kälteperiode, ao dass alle Schweizer Seen (darunter auch der nahegelegene Bodensee) komplett zufroren. |
1683 |
Im August Rhein-Überschwemmung mit grossem schaden in Feldkirch. |
18. Jh. |
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1703 |
Rhein-Überschwemmung von Ende Juni bis 10. Juli. |
1705 |
Im November Rhein-Überschwemmung in Graubünden. |
1710 |
Im Sommer weiträumige Überschwemmung.
Die Überschwemmungen hingen eng mit verheerenden Wildbachausbrüchen in den Zuflüssen zusammen.
Das markanteste Ereignis in diesem Jahr fand am 1. Juli 1710 statt:
Der Wildbach Nolla (ein Zufluss des Hinterrheins bei Thusis) führte extremes Hochwasser und riss Infrastruktur wie Brücken und Teile von Gebäuden weg.
Die enormen Geschiebemassen und Wassermengen der Nolla stauten den Hauptfluss.
Dies führte zu weitreichenden Rheinstauungen und massiven Überschwemmungen, die sich flussabwärts durch das gesamte Rheintal bis zum Bodensee auswirkten. |
1711 |
Zweimalige Überschwemmung durch Schneeschmelze im Februar (Föhn).
Auslöser waren extreme Wetterschwankungen mit sehr großen Schneemengen im Winter sowie lokalen Unwettern und einer darauffolgenden starken Schneeschmelze im Frühjahr.
Nachdem im Januar 1711 ungewöhnlich viel Schnee gefallen war, kam es am 13. Mai 1711 zu einer Katastrophe am Fluss Nolla bei Thusis.
Der Fluss wurde durch Rutschungen blockiert, staute sich auf und brach anschliessend gewaltsam aus.
Er zerriss mehrere Wuhre, riss Uferschützen weg und spülte riesige Geröll- und Schlammmassen in den Hinterrhein, was flussabwärts zu Überschwemmungen führte. |
1723 |
Anfang Oktober wurde das Rheintal überschwemmt. |
1725 |
Rhein-Überschwemmung im September in Oberriet, Salez und Haag. |
1739 |
Verheerendes Hochwasser (zeitgenössischen Chroniken zufolge lief der Rhein an diesem Tag so hoch an "wie nie seit Menschengedenken").
Grosse Überschwemmung von Ragaz bis Bodensee.
Berneck bis Lindau blieben schiffbar.
Das Dorf Altenrhein wurde so schwer getroffen, dass es komplett geräumt werden musste. |
1740 |
Grosse Überschwemmung.
Die Wassermassen zerstörten grosse Teile der landwirtschaftlichen Kulturflächen und stürzten damit die Bevölkerung in existenzielle Not. |
1743 |
Ein Hochwasser setzte Felder und Dörfer unter Wasser. |
1750 |
Heisser Katastrophensommer mit zahlreichen schweren Gewittern.
Chroniken berichten von unbeschreiblichen Schäden; reissende Wassermassen rissen Häuser, Ställe, Menschen und Vieh mit sich.
Das Rheintal war ein riesiger See (alles war unter Wasser: Buchs, Salez, Haag). |
1755 |
Das Rheintal war zu Ostern (23. April) wie ein See, am 17. Juni nochmals. |
1756 |
Im August standen Au und St. Margrethen 4 Wochen unter Wasser. |
1758 |
Im Juli gab es zwei Uferbrüche bei Diepoldsau und Kriessern: Au und Widnau standen unter Wasser. |
1762 |
Im Juli grösste Rheinüberschwemmung aller Zeiten: besonders im Raum Mäder-Altach-Götzis, wo zwei Drittel des Wassers abgeflossen sein sollen.
Das Ereignis vom 10. und 11. Juli ("Schutzengelsonntag") wurde in der Turmknopfurkunde in Mäder für die Nachwelt festgehalten.
Im Juni/Juli 1762 regnete es während drei bis vier Tagen und Nächten unaufhörlich.
Hohe Temperaturen lösten zusätzlich massenhaft Schnee in den Bergen aus (angesammelt über 2 Jahre).
Zwischen 1762 und 1770 gab es mehrere Überschwemmungen (und Missernten) durch eine langanhaltende Klimaverschlechterung (die sogenannten "Eiszeitsommer"). |
1764 |
Zu Pfingsten Überschwemmung bei Widnau und Au; im August Überschwemmung im ganzen Oberland: 3 Tage lang ein See.
heimgesucht. Besonders schwer betroffen war die Gemeinde Grabs.
Unter dem panischen historischen Ausruf "Fliehet, fliehet, rettet Euer Leben!" wurden vor allem die Dorfteile Oberstuden und Understuden massiv verwüstet und überschwemmt. |
1765 |
Im Juli gab es einen Dammbruch bei Montlingen. |
1767 |
Ende September / Anfang Oktober: Überschwemmung bei Haag / Salez und im unteren Rheintal. |
1768 |
Amt7. Juli Überschwemmung bei Sax / Montllngen: 14 Zoll mehr als 1762. |
1769 |
Im Mai Hochwasser in Lustenau; Einbruch bei Montlingen. |
1770 |
Am g. Iuli St. Galler Rheintal überschwemmt: oberriet, Au, widnau, Rheineck.
Die wiederkehrenden Überschwemmungen zwischen 1762 und 1770 zerstörten Ernten und Felder.
Vor allem ärmere Bevölkerungsschichten litten unter den Vernässungen und einer darauffolgenden Hungersnot.
Die Schäden überforderten die lokalen Kräfte der Rheindörfer komplett.
Aus diesem Grund entsandte die Tagsatzung im Jahr 1769 den Ingenieurhauptmann Hans Conrad Römer ins Rheintal.
Römer stellte fest, dass die akuten Wasserprobleme und Hochwasser nicht von einzelnen Gemeinden allein gelöst werden konnten, was den Grundstein für spätere regionale Kooperationen und einheitliche Wuhrordnungen legte. |
1772 |
Im September steht Au unter Wasser.
Römer stellte fest, dass die akuten Wasserprobleme und Hochwasser nicht von einzelnen Gemeinden allein gelöst werden konnten, was den Grundstein für spätere regionale Kooperationen und einheitliche Wuhrordnungen legte. |
1774 |
Im Oktober Rheinbruch bei Wartau. |
1775 |
Im Juli mächtige Rheln-Überschwemmung in Liechtenstein. |
1776 |
Anfang Juli Herrschaft Sax: Hochwasser abgewehrt.
Ausgelöst wurde die Katastrophe im Spätsommer 1772 durch anhaltende, starke Regenfälle ab Ende August.
Besonders gut dokumentiert sind die massiven Niederschläge in Graubünden (z.B. im Oberengadin), wo der Inn und die Wildbäche ab dem 4. September über die Ufer traten und ganze Weiler verwüsteten. |
1785 |
Am 16. Juli Hochwasser in Liechtenstein und im unteren Rheintal: Mäder, Neuburg, Kommingen und Altach werden unter Wasser gesetzt.
Das Ereignis folgte dicht auf das europaweit katastrophale 'Eishochwasser' vom Frühjahr 1784. |
1786 |
Dammbruch in Wartau. |
1787 |
Liechtenstein: die Brücke von Gamprin wurde weggerissen.
Das Hochwasser von 1787 (oft als Teil der sogenannten "Seelenflut" bezeichnet) gilt im gesamten Alpenraum und entlang des Rheins als eines der schwersten Hochwässer des Jahrtausends.
Die verheerende Überschwemmung erreichte ihren Höhepunkt zwischen dem 29. Oktober und 2. November 1787.
Sie traf das Rheintal (insbesondere den Alpenrhein) mit voller Wucht und wies statistisch eine Dimension auf, die weit über einem Jahrhunderthochwasser (HQ > 100) lag. |
1788 |
Rhein-Überschwemmung Ende Oktober bei Sennwald (Lauf verlegt). |
1789 |
Juni / Juli nach heftigen Regenfällen dreimalige Überschwemmungen im St. Galler und Vorarlberger Rheintal:
Mäder wird am 29. Iuli unter Wasser gesetzt; überall Wuhrschäden. |
19. Jh. |
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1806 |
Im Sommer gab es eeine Überschwemmung in Klaus-Koblach. |
1807 |
Überschwemmung in Sennwald. |
1816 |
Einbruch bel Haag und Monstein. Lustenau kann abwehren. |
1817 |
Eiszeitsommer ("Das Jahr ohne Sommer"):
Die Schneemassen von zwei Jahren schmolzen und setzten das ganze Rheintal unter Wasser.
Das Jahr 1817 brachte gleich zwei verheerende Hochwasser in der Nacht vom 13. auf den 14. Juni sowie am 27./28. August.
Besonders kritisch zeigten sich die Ebene bei Sargans (Bedrohung der Wasserscheide zum Walensee) und der Bereich unterhalb der Illmündung.
Am 16. August durchbreach der Rhein in Mäder bei Egeten den Binnendamm, so dass beinahe ganz Mäder unter Wasser stand.
Die Schäden waren nicht so gross, aber das Zusammentreffen mit der sich anbahnenden Hungersnot war vergheerend.
Specialcharte des Rheinthals von Johann Feer von Zürich 1795/96 (Ausschnitt)
Nach der Karte von Feer waren vor allem Mäder und Altach betroffen: das Wasser stand um 8 Fuss höher als 1566.
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1821 |
Einbruch unterhalb von Koblach: Gamprin, Ruggell, Mäder, AItach waren überschwemmt.
DIe Schäden waren im ähnlichen Rahmen wie 1817. |
1824 |
Überschwemmungen: Meiningen, Altach, Götzis und Hohenems waren besonders betroffen. |
1829 |
Rheineinbruch beim Zollamt Mäder: Mäder und Altach wurden unter Wasser gesetzt. |
1831 |
Überschwemmung im Oktober / November. |
1834 |
Im August war die Talsohle beidseits des Rheins überschwemmt: eines der grössten Hochwässer des Jahrhunderts.
An der Messstation der Tardisbrücke (nahe Landquart) lag der Scheitelwert der Flut im August 1834 0.95 Meter höher als 1868 und 0.64 Meter höher als beim schweren Hochwasser von 1817. |
1839 |
In der Nacht vom 1. auf den 2. September 1839 setzten nach einer ohnehine feuchten Periode sintflutartige Regenfälle in den Quellgebieten des Rheins (insbesondere in Graubünden) ein.
Ein feuchtwarmer Südföhn trieb die Schneegrenze hoch und beschleunigte das Abschmelzen in den Bergen.
Überschwemmung in Gamprin, Ruggell und Bangs; Hochwasser um zwel Zoll höher als 1817 und 1821. |
1846 |
Rheinwuhrbruch bei Vaduz und bei Montlingen.
Im Sommer 1846 wurden im Rheintal (insbesondere an den Ufern Liechtensteins und der Schweiz) rund 12 Quadratkilometer Fläche überflutet.
Zu den Hauptgründen zählten die starken Geschiebeablagerungen und eine damit verbundene Flusserhöhung.
Begünstigt wurde dies durch massiven Raubbau an den Wäldern im Einzugsgebiet (Graubünden) sowie durch die extrem nasskalten Witterungsbedingungen, die zwischen 1846 und 1856 fast jährlich zu Überschwemmungen führten. |
1848 |
Vierfacher Dammbruch bei Sevelen.
Haag überschwemmt; Überschwemmung auch in Meiningen. |
1849 |
Bereits im Juni 1849 gab es Überschwemmungen
('Wiener Zeitung, 28. Juni 1849' und 'Der Erzähler, 19. Juni 1849').
Der Chronist Nikolaus Senn (1833-1884) hielt das darauffolgende Ereignis im Detail in seiner Schrift "Die Unwetterkatastrophe in Sevelen vom 11. Juli 1849" (erschienen in der Werdenberger Chronik) fest.
Koblach, Mäder und Altach wurden durch 7 Wuhrbrüche überflutet. |
1851 |
Um das Jahr 1851 beziehungsweise 1852 gab es sehr hohe Pegelstände am Alpenrhein und kleinere Dammbrüche (hauptsächlich auf der Vorarlberger Seite in Mäder und Koblach).
Meiningen, Mäder, Altach und Koblach wurden überschwemmt. |
1853 |
Drei Hochwässer im Ju1i: Ragaz, Sevelen, Haag, Buchs und Meiningen. |
1854 |
Wuhrbruch bei Eschen, Maienfeld. |
1855 |
Grosse Zerstörungen auf Schweizer Seite, doch
"hatten auch ... Meiningen, Mäder, Altach und Koblach in Folge von Wuhrbrüchen Wassernoth".
Das Wasser stand 1 Fuss höher als 1817. |
1856 |
Zerstörungen bei Maienfeld, Buchs, Haag und Salez. |
1858 |
Überschwemmung bei Bangs und Meiningen. |
1860 |
Besonders stark betroffen war die Region um Bad Ragaz, wo sich eine gewaltige Überschwemmungskatastrophe ereignete.
Dammbrüche auch bei Buchs, Salez, Sennwald, Montlingen und Au. |
1861 |
Überschwemmungen auf Schweizer Seite durch Rückstau von Bächen. |
1865 |
Überschwemmungen auf Schweizer Seite durch Rückstau von Bächen. |
1868 |
Ende September 1868 entluden sich extreme Gewitter mit massiven Regenfällen im Bündnerland.
Innerhalb weniger Tage fielen über einen halben Meter Niederschlag (z.B. 540 mm am San Bernardino).
Am 28. September 1868 brachen die Dämme an mehreren Stellen (oberhalb Ragaz, zwischen Wartau und Sevelen und zwischen Oberriet und Montlingen).
Überschwemmungen im ganzen Rheintal (vor allem in der Schweiz): Sennwald, Oberriet, Montlingen, Widnau, Balgach und Au.
Am 28. September des Jahres 1868 durchbrach der Rhein den Damm sowohl in Montlingen als auch in Oberriet.
Die Leute trieben ihr Vieh auf den Montlingerberg, der wie eine kleine Insel aus dem Wasser ragte.
Nach dieser Überschwemmung lief eine internationale Hilfsaktion an.
Siehe auch '1868 - Hochwasser' oben. |
1871 |
Das Hochwasser im Rheintal von 1871 wurde ausgelöst durch einen intensiven Gewitterregen am 19. Juni 1871).
Wuhrbrüche bei Oberriet, Widnau, Bangs und Meiningen.
Das Hochwasser von 1871 führte noch im selben Jahr zu einem Vorabkommen zwischen der Schweiz und Österreich.
Dieses bildete das Fundament für den 1892 unterzeichneten 1. Staatsvertrag zur Regulierung des Alpenrheins und die Gründung der Internationalen Rheinregulierung (IRR). |
1872 |
Vor allem im St. Galler Rheintal und im Fürstentum Liechtenstein kam es zu empfindlichen Verheerungen.
Der Pegel bei Reichenau im Kanton Graubünden stieg auf stolze 26 Fuss an – ein Wert, der dem des schweren Hochwassers von 1817 nahekam.
In Graubünden gab es Dammbrüche bei Rothenbrunnen und Haldenstein, bei Kästris wurde eine Brücke weggerissen und bei Zillis sackte ein rund 100 Meter langes Teilstück der Poststrasse ein.
Wuhrbrüche bei Ruggel, Bangs und Meiningen. |
1885 |
Am 30. August 1885 zog ein intensiver Gewitterregen über die Ostschweiz.
Durch Dammbrüche bei St. Margrethen wurden Hohenems, Lustenau und das Brugger Loch bedroht. |
1888 |
Ein intensiver Starkregen in der Südostschweiz führte im September 1888 zu einem massiven Anstieg des Rheinpegels.
Am 11. September 1888 brach der Rhein bei Meiningen und am Abend auch der Seelachendamm.
Grosse Teile von Lustenau und der umliegenden Kulturlandschaft im Vorarlberger und St. Galler Rheintal versanken in den Fluten.
Die Ernten wurden vernichtet.
Überschwemmung in Liechtenstein und Dammbruch bei Meiningen und Mäder: der Talgrund wird von der Ill-Mündung bis zum Bodensee (Hard-Fussach) überflutet.
In Koblach / Mäder war das Überschwemmungsgebiet fast "eine Stunde" breit.
Bei Altach und Bauen wurde der Bahnverkehr zwischen Hohenems und Götzis für einige Zeit unterbrochen.
Da Mäder nur Schöpfbrunnen hatte (also keine mit fliessendem Wasser) ging das saubere Wasser aus.
Die Schöpfbrunnen mussten alle ausgepumpt und greinige werden. |
1890 |
Ende August 1890 traf sehr kalte Polarluft auf warmfeuchte Mittelmeerluft.
Über den östlichen Zentralalpen und dem Rheintal kam es zu tagelangen, massiven Regenfällen (in Altstätten SG wurden 411 l/m² gemessen, in Reichenau gar 555 l/m²).
Bei Altach-Hohenems war am 30. August 1890 ein Rheineinbruch, wodurch die Gegend Altach-Bauern und Lustenau in einen langsam fliessenden See verwandelt wurde.
Mäder wird aber wenig betroffen.
Die katastrophalen Überschwemmungen von 1888 und 1890 brachten den letzten politischen Widerstand zum Erliegen.
Die Schweiz und Österreich schlossen 1892 einen Staatsvertrag zur grossen Rheinregulierung und der Gründung der Internationalen Rheinregulierung (IRR). |
20. Jh. |
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1910 |
Zwischen dem 14. und 17. Juni 1910 entluden sich über der Schweiz sintflutartige Regenfälle und Wolkenbrüche.
Bevor das Wasser das Rheintal erreichte, wüteten die Zuflüsse im Einzugsgebiet.
Die Landquart zerstörte in der Klus die Brücke der Rhätischen Bahn (RhB) und unterspülte Bahndämme.
Leichtes Überrinnen beim Zollamt Mäder, Unterspülungen; Wasser in Mäder am 15. Juni wegen Überschwemmung des Ratzbaches. |
1927 |
25. September 1927 wurden Liechtenstein und die Saarebene durch Rückstau überschwemmt.
Der Rhein führte rund 3000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde.
Bei Schaan staute sich das Wasser an der zu tief liegenden Eisenbahnbrücke und riss den Rheindamm am 25. September 1927 gegen Abend ein. |
1954 |
Im August 1954 führten intensive Niederschläge in der Schweiz und im Alpenraum zu massiven Abflüssen in den Flusssystemen.
Sennwald, Saarebene: Überschwemmung durch Rückstau.
Die Brücke bei Montlingen / Mäder war am 22. August 1954 durch drohende Verklausung massiv gefährdet (dies betraf auch die Dienstbahnbrücke der Internationalen Rheinregulierung).
Die Dämme im Rüttele waren nicht dicht.
Die 1876 erbaute Holzbrücke überstand das Hochwasser zwar knapp, die anhaltende Hochwassergefahr und die strukturellen Mängel führten jedoch dazu,
dass sie 1966/67 durch eine moderne, deutlich sicherere Eisenbetonkonstruktion ersetzt wurde.
Als direkte Konsequenz der wiederkehrenden Hochwassergefahr schlossen die Schweiz und Österreich im Jahr 1954 einen neuen Staatsvertrag ab. |
1987 |
Grösstes Hochwasser des 20. Jahrhunderts.
Dammbruch bei Fussach, sonst nur kleine Schäden. |
1999 |
Pfingsthochwasser: überschwemmte Vorländer bei Lustenau. |
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