*** Henri (Heinrich) Savary ***

 

 

 

 

... Eltern von ...

Henri (Heinrich)

Savary

* Di, 1879-08-26
† Fr, 1961-01-20

... verheiratet mit ...

...

 

⚭ Sa, 1905-08-19

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Maria Paulina (Maria, Marie)

Savary-Kobler

...

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Ernst Savary


*** Report ***


Personalien

Name

Henri (Heinrich) Savary

Bürger von

Payerne, VD

Geboren am

1879-08-26 in Payerne, VD

Gestorben am

1961-01-20 in Montlingen, Oberriet, SG

Beruf(e)

Geometer (1905, 1911)

Wohnort(e)

Payerne, VD (1879); Montlingen, Oberriet, SG (1903, 1911, 1961)


Partner

Ehefrau

Maria Paulina (Maria, Marie) Savary-Kobler (1881-02-09 bis 1959-11-28)
Hochzeit am 1905-08-19 in Oberriet, SG


Kinder

Sohn

Ernst Savary (1911-05-28 bis 1976-02-16)


In der Schweizerischen Zeitschrift für Vermessung, Kulturtechnik und Photogrammetrie (Heft 2) wurde ein Nachruf abgedruckt.

 

Karte

 

Nachruf 1

Henri Savary erblickte das Licht der Welt im Jahre 1879 in Payerne in der Waadt. Trotz seinem Jahrzehntelangen Wohnsitz in Montlingen, das ihm zur zweiten Heimat geworden ist, blieb er doch mit seinem Heimatort zeitleibens aufs engste verbunden. Auch an seiner Sprache merkte man ihm den Westschweizer an. Weitherum genoss er bei Behörden und Bevölkerung hohes Ansehen. Sein liebenswürdiges Wesen, vermischt mit seinem echt welschen Esprit, sicherte ihm viele Freunde und echte Sympathie. Der Verstorbene war ein tüchtiger Berufsmann, ein gründlicher, präziser Geometer alter Schule. Seine berufliche Tätigkeit führte ihn in verschiedene Landesgegenden; so wirkte er unter anderem auch an der Projektierung der Berninabahn mit. Mit einem Auftrag, den er für die Durchführung der Güterzusammenlegungen im Rheintal zu erfüllen hatte, kam der junge Geometer 1903 in die Ostschweiz nach Montlingen. Im Restaurant zum 'Kreuz' in Montlingen lernte der Heimgegangene in Fräulein Maria Kobler seine Lebensgefährtin kennen, die er 1905 zum Traualtar führte. Bis zu seinem Ableben wohnte nun H. Savary in Montlingen und entwickelte eine ausserordentlich vielgestaltige be-rufliche Tätigkeit. Am Aufbau des Vermessungswesens unseres Kantons hat er ganz entscheidend mitgewirkt, und darin liegt die Lebensarbeit des Verstorbenen. Die Tätigkeit der Vermessungsleute ist eine Präzisionsarbeit im stillen, die trotz ihrer eminenten Bedeutung und absoluten Notwendigkeit vielfach zu wenig gewürdigt, da und dort sogar missachtet wird. Dies war dem Heimgegangenen wohl bewusst, und trotzdem hat er seinem ihm lieb gewordenen Berufe die Treue gehalten. Nach seiner Pensionierung auf den 1. Januar 1945 waren ihm noch 16 Jahre eines heiteren Lebens gegeben, das er zur Freude seiner Familie, insbesondere seiner Kinder, Enkel und Urenkel gestaltete. Weiter verfolgte er aufmerksam und kritisch die Vorgänge im Berufsleben an Hand von Fachzeitschriften. Der Oeffentlichkeit stellte der Verstorbene seine Kräfte jahrelang dem Bezirksschulrat Oberrheintal zur Verfügung. Die gründliche Ausbildung unserer Jugend war ihm Herzenssache. Ein langes, arbeitsreiches Leben hat der Dahingegangene durchwandert. Die von ihm geschaffenen Werke im Dienste des Vermessungswesens werden weiter bestehen und uns stets an ihn erinnern. H.B.

Henri Savary (1879-1961)

Quelle: Unser Rheintal (1962) p. 172/173.

 

Nachruf 2

Henry Savary, Montlingen SG †

Am Nachmittag des 20. Januar 1961 ist im hohen Alter von 82 Jahren Grundbuchgeometer Henri Savary-Kobler in Montlingen im St. Galler Rheintal gestorben. Mit ihm ist eine im Kanton St. Gallen und vor allem im Rheintal bekannte, beliebte, geachtete und markante Persönlichkeit zur ewigen Ruhe eingegangen.

Henry Savary erblickte das Licht der Welt am 26. August 1879 in seinem Heimatort Payerne in der Waadt. Trotz seinem jahrzehntelangen Wohnsitz in Montlingen, das ihm zur zweiten Heimat geworden ist, blieb er doch mit seinem Heimatort zeitlebens aufs engste verbunden. Auch an seiner Sprache merkte man ihm den Westschweizer an. Weitherum genoß er bei Behörden und Bevölkerung hohes Ansehen. Sein liebenswürdiges Wesen, vermischt mit seinem echt welschen Esprit, sicherte ihm viele Freunde und echte Sympathie. Der Verstorbene war ein tüchtiger Be-rufsmann, ein gründlicher, präziser Geometer alter Schule. Nach Absolvierung der Schulen in Payerne trat der Jüngling in die Geometerschule des Technikums Winterthur ein, wo er sich das Rüstzeug für seinen spätern Beruf holte. Diese Schule verließ der Verstorbene mit einem ausgezeichneten Diplom. Im Jahre 1902 erwarb er sich das Patent als Konkordatsgeometer. Nun trat er in das bekannte Ingenieur- und Vermessungsbüro Sutter in Zürich ein. Seine berufliche Tätigkeit führte ihn in verschiedene Landesgegenden, so wirkte er unter anderem auch an der Projektierung der Berninabahn mit. Mit einem Auftrag, den er für die Durchführung der Güterzusammenlegungen im Rheintal zu erfüllen hatte, kam der junge Geometer 1903 in die Ostschweiz nach Montlingen.

Dies wurde für sein Leben zu einem Wendepunkt, denn hier wohnte nun H. Savary bis zu seinem Ableben und entwickelte eine außerordentlich vielgestaltige berufliche Tätigkeit. Am Aufbau des Vermessungswesens unseres Kantons hat er entscheidend mitgewirkt, und darin liegt die Lebensarbeit des Verstorbenen. Nach Durchführung verschiedener Güterzusammenlegungs-, Ver-messungs- und Bauarbeiten trat der Verstorbene am 1. Mai 1912 definitiv in den Staatsdienst des Kantons St. Gallen ein. Vom Jahre 1915 an beschäftigte er sich vor allem mit der Ausführung der Triangulation IV. Ordnung und schuf damit die Grundlagen für die Vermessungen, Pläne und Karten für einen großen Teil unseres Kantonsgebietes. So bearbeitete er in Regie:

1915 das Operat Rorschach—St. Gallen mit 210 Fixpunkten
1916 Rorschach—St. Margrethen mit 81 Fixpunkten
1920 St. Gallen—Waldkirch—Goßau mit 241 Fixpunkten
1920 Muolen—Waldkirch mit 97 Fixpunkten
1921 Wil—Niederbüren—Oberuzwil mit 243 Fixpunkten
1923 Rüthi—Wildhaus—Buchs mit 235 Fixpunkten
1926 Sargans—Buchs—Hinterruck mit 271 Fixpunkten
1928 Ragaz—Vättis mit 155 Fixpunkten
1929 Gaster mit 193 Fixpunkten
1932 Au—Oberriet mit 311 Fixpunkten
1935 Rapperswil—Jona mit 65 Fixpunkten

Von den total 3876 trigonometrischen Fixpunkten IV. Ordnung unseres Kantons hat der Heimgegangene allein 2102 Punkte oder 54% gemessen und berechnet. Das allein bedeutet eine große Arbeit. Die im Jahre 1912 von der Eidgenössischen Verifikationsstelle geforderte Ergänzung und Umarbeitung der bereits bestehenden kantonalen Forsttriangulation IV. Ordnung wurde durch den Verstorbenen mit aller Gründlichkeit ausgeführt, so daß deren Qualität als Vermessungsgrundlage auf jene Höhe gebracht wurde, die in den Instruktionen und Verordnungen gefordert wurde. Weiter bearbeitete er die Neuvermessung des Berggebietes Sennwald, Munzenriet-Wildhaus, diverse andere Arbeiten und auch topographische Aufnahmen.

Seine Tüchtigkeit ließ ihn bald zum Grundbuchgeometer 1. Klasse aufsteigen. Nach Beendigung der Triangulation besorgte der Verstorbene deren Unterhalt und Nachführung. Als Verifikator oblag ihm die Kontrolle der Neuvermessungen, die durch die Privatbüros ausgeführt wurden, und lange Jahre betreute er auch die Nachführungen der unserem Meliorations- und Vermessungsamt angeschlossenen zwölf Gemeinden. Mit seltener Gründlichkeit förderte er die übersichtsplanarbeiten und forderte von seinen Mitarbeitern höchste Leistung und vor allem feinste Zeichenarbeit. Täglich bestieg er — Sommer und Winter — am frühen Morgen in Montlingen sein Velo und fuhr nach Oberriet und von dort per Bahn nach St. Gallen, um am Abend wieder in sein Heim und zu seiner Familie zurückzukehren. Als der Schreibende im Jahre 1942 als junger Mann die Stelle als Kantonsgeometer in St. Gallen antrat, fand er im älteren Kollegen H. Savary einen freundlichen und zuvorkommenden Mitarbeiter, der stets gut gelaunt und umgeben vom Charme Vaudois seiner Tätigkeit nachging. Nach seiner Pensionierung auf den 1. Januar 1945 waren ihm noch sechzehn Jahre eines heiteren Lebens gegeben, das er zur Freude seiner Familie, insbesondere seiner Kinder, Enkel und Urenkel gestaltete. Weiter verfolgte er aufmerksam und kritisch die Vorgänge im Berufsleben an Hand von Fachzeitschriften. Der Öffentlichkeit stellte der Verstorbene seine Kräfte jahrelang im Bezirksschulrat Oberrheintal zur Verfügung. Die gründliche Ausbildung unserer Jugend war ihm Herzenssache. Ebenso diente er dem Sekundarschulrat Oberriet und der Rheintalischen Kreditanstalt.

Dem Ehepaar Savary-Kobler wurden sechs Knaben und zwei Mädchen geschenkt, denen der Verstorbene ein gütiger und verständnisvoller Vater war und alle zu tüchtigen Menschen heranwachsen ließ. Seine Gattin ist ihm vor einem Jahre im Tode vorangegangen. Ein schwerer Schlag für die Familie Savary war der Verlust der Tochter Marie durch einen tragischen Unglücksfall 1943.

Im Militärdienst diente der Verstorbene als Wachtmeister im ersten Weltkrieg dem Vaterlande, und gerne erzählte er von seinen Aktivdiensttagen in Chur im Mannschaftsdepot der Auslandschweizer.

An seiner Bahre trauern sieben Kinder, fünfundzwanzig Enkel und zwei Urenkel.

Eine überaus große Trauergemeinde hat am 24.Januar 1961 in Montlingen von H. Savary Abschied genommen. Ein treuer Diener an den Angehörigen, den Mitmenschen und der Öffentlichkeit hat damit seine ewige Ruhe gefunden. Ein langes, arbeitsreiches Leben hat der Dahingegangene durchwandert. Die von ihm geschaffenen Werke im Dienste des Vermessungswesens werden weiter bestehen und uns stets an ihn erinnern.

H. Braschler, dipl. Ing.

Henri Savary (1879-1961)

Quelle: Schweizerische Zeitschrift für Vermessung, Kulturtechnik und Photogrammetrie 1961

 

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Erstellt durch Daniel Stieger (letzte Aktualisierung: 11.05.2024)
Letzte Änderung der Daten: 2018-12-01
Quellen: Oberriet, Bürgerregister (No. 2080) - Kind / Partner; Kobelwald, Bürgerregister (Bd. 2 No. 552) - Kind / Partner; Montlingen, Taufbuch 1842-1911 (Kinder)
 
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