Gasthaus 'Feld' in Oberkirch

Vorgeschichte

Das Gasthaus 'Feld' in Oberkirch befindet sich heute an der Luzernstrasse 46. Bereits vor 1875 hat sich an dieser Stelle eine Liegenschaft befunden.

Oberkirch - Feld

Martin Schnyder, Sohn von Jakob Leonz Schnyder, Exerziermeister in Geuensee, der in Oberkirch in der Weierweid und später im Bühl gewohnt hatte und der auch Organist, Sänger (Bariton) und Musikdirektor war, kaufte 1873 die Liegenschaft Feld. 1875 eröffnete er hier eine Wein- und Speisewirtschaft. Diese hiess zuerst 'Restaurant Schnyder', später 'Restaurant Harmonie' und von 1883 an 'Restaurant Feld'.

Die Ehefrau des Martin Schnyder war Verena Achermann von Ifflikon, Chüechlimuetter Marti Vreni genannt. Die Söhne waren die nachmaligen beiden Patres Maurus und Ambros, die Tochter die Schwester Plazida.

Die Wirtschaft lief jedoch nicht gut, so dass 1882 das Wirtshausrecht erlosch.

Johann Fischer

Im Jahre 1883 ging die Wirtschaft an den neuen Käufer Johann Fischer von Sursee über.

Patent

Am 21. Mai 1896 schliesslich verkaufte Johann das Restaurant für 24'346 Franken an Xaver Steiner aus Dagmersellen. Die Belastungen ("das Verschriebene") auf dem Haus betrug damals 13'948.92 Franken.

Anlässlich der Aufnahme einer Gült am 26. August 1896 («gemäss Hypothekargesetzt vom 6. Juni 1861 und dessen Abänderung vom 8. März 1871 und 1. Juni 1886») umfasste das Heimwesen 'Im Feld' an der Kantonsstrasse:

  • An Gebäuden: Ein Wohnhaus mit angebauter Scheune & Werkstätte (für 13'000 Franken gegen Brandschaden versichert).
  • An Land und Wald:
    • Kraut- und Baumgarten, Matt- und Ackerland: 4 Jucharten. Grenzen: östlich an die Kantonsstrasse, südlich und westlich an die Armenanstaltsgüter, nördlich an Grossrat Franz Josef Bossarts.
    • Ein Stück Wald im oberen Oberkircherwald: 1¼ Jucharten. ...

An Rechten und Dienstbarkeiten wird unter anderem eine Güterstrasse zwischen dem eigenen Land und dem Acker von Grossrat Franz Josef Bossart erwähnt, welche für die Grossackerbesitzer frei sein muss.

Am 20. Januar 1902 verkaufte Xaver Steiner dann das Objekt für 30'800 Franken weiter an Franz Xaver Schnÿder von Rothenburg. Das Haus war damals mit 15'922.50 Franken belastet.

Nachgeschichte

Noch lange wurde neben dem Gastbetrieb noch Landwirtschaft berieben. Traugott Brunner führte neben der Wirtschaft einen Schweinehandel.

Im Jahre 1966 hat der Wirt Moritz Rogger ein Parterrehaus (Barackenbau) mit 16 Betten erbaut. 1968 wurde der nördliche Anbau mit 10 Fremdenzimmern, ein Essaal für 90 Personen, eine neue Küche und 4 Garagen geschaffen, nachdem die angebaute Scheune abgerissen worden war.

Wirte

1875

Martin Schnyder von Geuensee

1883

Johann Fischer von Sursee

1894

Franz Xaver Schnÿder von Rothenburg

1900

Xaver Steiner von Dagmersellen

1902

Franz Xaver Schnÿder von Rothenburg

1915

Peter Vonlanthen von Düdingen

1916

Robert Koller von Winikon

1917

Dagobert Fellmann von der Wyberlist (Mitglied der "Frohsinn" Oberkirch anlässlich der Fahnenweihe vom 18. August 1901, später Himmelrich-Wirt in Sursee)

1921

Melchior Mattmann von Ballwil

1923

Robert Koller von Winikon

1924

Traugott Brunner von Berikon

1928

Josef Meier von Grosswangen

1930

Josef Gehrig von Wolhusen

1932

Josef Zwimpfer von Oberkirch (Mitglied der Musikgesellschaft Oberkirch)

1938

Martin Schürmann von Oberkirch

1964

Moritz Rogger von Oberkirch

1972

Rolf Schnider von Luzern

1974

Josef Rogger von Oberkirch

 

__________
Last update by Daniel Stieger (29 March 2007)